Zwei Durchschnitte, ein großer Unterschied
Fragt man ein Local-SEO-Tool nach der durchschnittlichen Ranking-Position eines Betriebs, kommt meist eine Zahl heraus, die besser klingt als die Realität — weil die meisten Tools stillschweigend nur die Punkte mitteln, an denen der Betrieb überhaupt auftaucht. SeoMap zeigt deshalb zwei unterschiedliche Durchschnitte nebeneinander: ARP und ATRP.
ARP (Average Rank Position) ist die Durchschnittsposition über die Rasterpunkte, an denen der Betrieb tatsächlich in den Top 20 gefunden wurde. Ein normaler, nützlicher Durchschnitt — der aber nur einen Teil des Rasters beschreibt.
ATRP (Average Total Rank Position) ist der Durchschnitt über alle gescannten Punkte, inklusive der Punkte, an denen der Betrieb gar nicht in den Top 20 auftauchte. Diese nicht gefundenen Punkte zählen weiterhin zum Durchschnitt, statt aus ihm herauszufallen. Das ist die bewusste Design-Entscheidung dahinter: ATRP soll die ehrliche Zahl sein, die das gesamte Einzugsgebiet widerspiegelt — nicht nur den Teil davon, der gut aussieht.
Warum das keine Kleinigkeit ist
Stell dir einen 7×7-Scan vor — 49 Punkte rund um einen Betrieb. Angenommen, er wird an 34 dieser Punkte in den Top 20 gefunden, mit einer Durchschnittsposition von 4,1 dort. Zeigt man nur den ARP, sieht 4,1 nach einem starken Ergebnis aus, das man am liebsten screenshotten würde. Aber an den anderen 15 Punkten — knapp einem Drittel des Einzugsgebiets — ist der Betrieb überhaupt nicht sichtbar. Rechnet man diese Punkte so ein, wie es ATRP tut, kommt eine Zahl heraus, die spürbar schlechter ist als 4,1 — weil sie jetzt das gesamte Raster widerspiegelt und nicht nur das begünstigte Zwei-Drittel, aus dem ARP still und leise gebildet wurde.
Keine der beiden Zahlen ist „falsch“ — sie beantworten unterschiedliche Fragen. ARP beantwortet „wie gut ranken wir dort, wo wir sichtbar sind?“. ATRP beantwortet „wie gut sind wir tatsächlich über das gesamte relevante Gebiet unterwegs?“. Ein Betrieb, eine Agentur oder ein Kunde, der entscheiden will, ob sich Local-SEO-Arbeit auszahlt, braucht die ehrliche Antwort auf die zweite Frage — genau die Lücke, die ATRP schließt.
ARP und ATRP zusammen lesen
Die Größe der Lücke zwischen ARP und ATRP ist selbst schon aufschlussreich. Eine kleine Lücke bedeutet: Der Betrieb wird fast überall gefunden, wo gescannt wird — starke, gleichmäßige Sichtbarkeit. Eine große Lücke bedeutet: Der Betrieb zeigt gute Rankings in einem schrumpfenden Kernbereich, verliert an den Rändern aber komplett die Sichtbarkeit — ein Muster, das ein einzelner Rank-Check niemals aufdecken würde, und das sich lohnt, zusammen mit Share of Local Voice (SoLV) anzuschauen, das dieselbe Abdeckungslücke als reine Prozentzahl statt als Durchschnitt zeigt.
Beide Zahlen entstehen automatisch aus demselben Scan — ohne separate Einrichtung, zusätzliche Credits oder einen extra Schalter für ATRP. Jeder Plan ab Starter zeigt ARP und ATRP bei jedem Scan gemeinsam an, damit die nicht gefundenen Punkte nie stillschweigend aus der Geschichte verschwinden.
Die Rechnung selbst prüfen
Der ARP/ATRP-Rechner (EN) verarbeitet Ränge, NF und Fehler. SEOMap nutzt 21 für nicht gefunden; der Rechner weist technische Fehler separat aus.